Schon vor zwanzig Jahren hatte ich immer die Freude, meinen High Tower zum Kumpel zu schleppen. Zunächst mal alles abbauen, ins Auto kruschen, Mama oder Papa im Ohr liegen, rüberfahren, alles raus, die Treppen hoch und da wieder aufbauen.
Und sich irgendwo unterwegs an den eigenen Kabeln erhängen.
Hersteller sind natürlich nicht blöd. Der coole Gamer von heute schleppt sich da
natürlich nicht ab, sondern bringt da seine voll krasse LAN BAG angeschleppt. Da steht nicht nur ein urgeiler Markenname druff, sondern das ganze Equipment zu schleppen wird gleich fünfmal einfacher.
Revoltec steht da natürlich nicht mit der Hand in der Hose daneben, sondern nutzt den Hype um sein Sortiment mit ein paar Newcomern aufzufrischen.
…aber nicht von mir!
Antec spielt gern im Keller mit den anderen Kindern!
Aus dem Grund haben sie wahrscheinlich bisher hauptsächlich Midigehäuse geschraubt. Aber jetzt wollen sie bei den coolen Kindern mitmachen und haben mit dem Twelve Hundred endlich mal einen Bigtower aus dem Ärmel gezaubert.
Als erstes findet ihr im Artikel mal die harten Fakten. Mit bravour gestohlen von den Typen von moddingfreax.de!
Aber damit ihr hier nicht ganz leer ausgeht, mal ein kleiner Teaser. Nicht im dunkeln und ohne Beleuchtung. Das kriegt ihr gleich nach dem Klick. Lasst bis dahin eure Phantasie spielen …
![]()
Klingt doch nicht schlecht, oder? Und sieht noch viel besser aus. Schwarzlackiert mit Gittern und Lüftungen, schon vor-gemodded mit diversen Beleuchtungen und monströsen Lüftern im 200er Bereich. Zieht einem die heisse Luft besser aus dem Gehäuse als Eis den Hitzschlag aus dem Schädel.
Dazu gibt es reichlich SATA-Anschlüsse, HDD- wie e-. Stufenbar regulierbare Lüfter, eine Rundumlackierung (statt, wie üblich, Front und Seite), grosse Handschrauben, Platz um ein dutzend Leichen unterzubringen und einen Berg an Zubehör.
Aaaaber, ich will euch nicht die Laune verderben. Bei den Freax habt ihr ein komplettes Review, also bedient euch! Es ist ausführlich bebildert und sehr, um es mal unangessen jugendlich auszudrücken, sehr geil.
moddingfreax.de Review über das Antec Twelve Hundred Gamer-Case
Nur soviel. Ein absolut lohnenswertes Ziel zum Case-Modden … lechz.
Okay, okay. Genug Blödsinn. Mal ein Abstecher zurück ins Ursprüngliche, betrachten wir uns ein Gehäuse näher an. Und zwar nicht nur irgendein Gehäuse, sondern etwas von der extravaganten Sorte. Allein beim Anblick juckt es jedem Modder in den Fingern, Hand anzulegen.
Klaut Daddys Kreditkarte, wir bewegen uns in das Revier der gehobenen Preisklasse. Das Zubehör müht sich, der UVP des Cosmos S gerecht zu werden.
Statt einem kahlen Case aus der Verpackung zu ziehen, prangt das Cooler Master Emblem auf einer grossen, schwarzen Tasche in welcher sich das Gehäuse befindet. Damit wäre auch schon für die geeignete Tragehilfe auf dem Weg zur nächs
ten LAN gesorgt.
Einmal komplett entpackt schmeichelt der neueste Sprößling der Comos-Familie nicht nur dem Auge, sondern auch dem Herzen. Statt einzelner Slots gab es gleich einen kompletten Käfig mit Platz für bis zu vier Festplatten - natürlich seperat herausnehmbar.
Angesichts dieses Luxus verwundert einen auch nicht die Schwemme an Kabelbindern, -ordnern und Schrauben. Hinzu kommen auch noch Verlängerungen für 8- und 24-Pin Mainboardanschlüssen, weiteres Zubehör im inneren des Case selbst, und - Trommelwirbel - ein FDD Bracket für die üblichen 3,5″-Laufwerke.
Noch nicht genug? Na denn: das Innere des Gehäuses machen zum Beispiel die Cosmo’esquen One-Click Verschlüsse für die 5,25-Zöller aus, die wir schon aus älteren Versionen der Cosmos-Serie kennen.
Das Case selbst ist lüftungsfreundlich, hat drei 120er und einen 200er Lüfter, die allesamt leise die Frischluftzufuhr in Gang halten (aber Vorsicht, der 200er macht sich gerne mal daran die Welt zu er
kunden, laut Internet). Und als ob das nicht reicht, hängt an jeder Öffnung ein Staubgitter um den Dreck draussen zu halten.
Fast ein wenig schade. Ich erinnere mich noch an die zentimeterdicken Staubflocken an meinem letzten Lüfter …
Abgerundet wird das ganze noch durch ein schönes, dickes Bilderbuch ausgiebig bebildertes Handbuch.
Oh, und im Deckel ist auch noch Platz für eine handvoll Lüfter.
Erwartungsgemäß ist die Verarbeitung einwandfrei, die Stabilität enorm und das Hauptmaterial ein leichtes Aluminium. Leicht, aber nicht wacklig.
Lästige Schrauberei entfällt selbstverständlich, die Türen lassen sich bequen aufziehen und die Bügelgriffe halten das Case in jeder Situation.
Richtig gelesen, Aluminium. Nix Stahl. Ergebnis ist ein Gewichtsminus.
Ein Augenfänger ist der Powerknopf. Hier haben wir einen Berührungssensor, ein sanftes Streicheln genügt und der Computer startet.
Im Gegenzug gibt es keinen Resetknopf mehr. Die Znyiker.
An Anschlüssen haben wir dabei noch viermal USB und einmal eSATA. Was soll man da noch sagen. Das Case hält, was der Preis verspricht. Kann man allerdings auch erwarten.
Besonderer Bonus ist die, wie beworben, enorme Wasserkühlungsfreundlichkeit (siehe Deckel). Selten lässt sich eine komplette Anlage so entspannt vollständig in einem Tower unterbringen.
Meine Meinung? 200 Euro sind eine Menge Kohle, und 100%ig überzeugt bin ich nicht. Allerdings ist das Cosmos S bis auf ein paar Kinderkrankheiten das Geld absolut wert, soweit ein Case soviel Geld irgendwie wert sein kann.
Wem das Design zusagt, sich abheben will und viel Platz und Ordnung im Innenleben seines Computers zu schätzen weiss, kann kaum etwas falsch machen.