
Der Griff zu exotischen Superfoods ist oft nicht die wirksamste Strategie für Schönheit von innen, denn heimische Lebensmittel sind häufig ernährungsphysiologisch überlegen.
- Die Nährstoffdichte ist entscheidend: Heimischer Sanddorn enthält ein Vielfaches an zellschützendem Vitamin C im Vergleich zu Goji-Beeren.
- Die spezifische Wirkung zählt: Deutsche Leinsamen liefern nicht nur mehr Omega-3-Fettsäuren als Chia, sondern auch hormonell wirksame Lignane, die gerade ab 40 relevant werden.
Empfehlung: Konzentrieren Sie sich auf die biochemische Wirkung von Lebensmitteln statt auf Marketing-Hypes. Dieser Artikel zeigt Ihnen, welche regionalen Produkte gezielt Haut, Vitalität und Wohlbefinden fördern.
Sie stehen im Reformhaus oder Supermarkt vor dem Regal mit den Superfoods: Goji-Beeren versprechen ewige Jugend, Chiasamen sollen das Nonplusultra für die Verdauung sein. Der Griff zu diesen teils teuren, weitgereisten Produkten scheint eine sinnvolle Investition in die eigene Gesundheit zu sein. Man möchte schließlich alles richtig machen für eine strahlende Haut, mehr Energie und ein vitales Körpergefühl. Die Botschaft ist klar: Exotisch bedeutet wirksamer.
Doch was, wenn dieser Grundsatz ein kostspieliger Irrtum ist? Was, wenn die wahren Kraftpakete für unsere Schönheit nicht aus dem Himalaya oder Südamerika kommen, sondern direkt von deutschen Feldern, Küsten und Gärten? Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist die Antwort oft verblüffend. Es geht nicht nur darum, dass heimische Alternativen wie Leinsamen, Sanddorn oder Grünkohl günstiger und nachhaltiger sind. Viel entscheidender ist, dass ihre Nährstoffprofile und ihre Bioverfügbarkeit oft gezielter auf die typischen, alters- und stressbedingten Schönheitsprobleme wie Hautalterung, Unreinheiten und hormonelle Schwankungen einwirken.
Dieser Artikel bricht mit dem Mythos der exotischen Überlegenheit. Als Ökotrophologin zeige ich Ihnen nicht nur, welche heimischen Lebensmittel Sie statt der Trend-Produkte verwenden können, sondern erkläre Ihnen vor allem die biochemischen Mechanismen dahinter. Wir werden entschlüsseln, warum fermentiertes Sauerkraut mehr für Ihre Haut tun kann als ein teures Serum, wie das richtige heimische Öl Ihre Hautbarriere stärkt und warum der Verzicht auf Zucker die wirksamste Anti-Aging-Strategie von allen ist. Bereiten Sie sich darauf vor, Ihr Wissen über „gesunde“ Ernährung neu zu bewerten.
Inhalt: Warum regionale Lebensmittel oft die bessere Wahl sind
- Welche 5 Lebensmittel schützen Ihre Zellen am besten vor Stress und Alterung?
- Warum verschwinden Pickel oft, wenn wir anfangen, fermentierte Lebensmittel zu essen?
- Warum macht eine fettfreie Diät Ihre Haut trocken und faltig?
- Ist ein grüner Smoothie wirklich so gesund wie der Salat am Stück? (Stichwort: Verdauung)
- Biotin und Zink: Geldverschwendung oder sinnvolle Ergänzung bei Mangel?
- Warum hilft der Verzicht auf Zucker mehr gegen Falten als die teuerste Creme?
- Warum nehmen Sie ab 40 plötzlich zu, obwohl Sie nichts anders essen?
- Warum hilft der Verzicht auf Zucker mehr gegen Falten als die teuerste Creme?
Welche 5 Lebensmittel schützen Ihre Zellen am besten vor Stress und Alterung?
Hautalterung ist zu einem großen Teil das Ergebnis von zellulärem Stress, verursacht durch freie Radikale aus UV-Strahlung, Umweltgiften und Stoffwechselprozessen. Antioxidantien sind unsere körpereigene Schutztruppe gegen diese Angriffe. Während Goji-Beeren als antioxidatives Wundermittel vermarktet werden, bieten deutsche Gärten und Küstenregionen oft potentere Alternativen. Der Star unter ihnen ist zweifellos die Sanddornbeere.
Die unscheinbare orangefarbene Beere ist eine wahre Vitamin-C-Bombe und stellt viele Exoten in den Schatten. So zeigen Analysen, dass heimische Sanddornbeeren mit rund 450 mg Vitamin C pro 100g den Gehalt von Goji-Beeren (ca. 48 mg) um fast das Zehnfache übertreffen. Vitamin C ist ein Schlüssel-Antioxidans, das nicht nur freie Radikale neutralisiert, sondern auch für die Kollagenproduktion unerlässlich ist – das Protein, das unserer Haut Festigkeit und Elastizität verleiht.

Doch Sanddorn ist nicht allein. Hier sind fünf heimische Zellschützer, die auf Ihren Speiseplan gehören:
- Sanddorn: Als Saft oder Öl zur Stärkung des Immunsystems und der Haut.
- Grünkohl: Besonders im Winter eine Vitamin-Bombe, reich an den Antioxidantien Vitamin A und C sowie krebsvorbeugenden Senfölen.
- Aroniabeeren: Die dunkelvioletten Beeren sind reich an Anthocyanen, die die Gefäße schützen und Entzündungen hemmen.
- Schwarze Johannisbeeren: Ein weiterer Vitamin-C-Champion, der die Haut vor oxidativem Stress schützt.
- Rote Bete: Enthält Betain, einen Farbstoff mit stark antioxidativer und entzündungshemmender Wirkung.
Anstatt also zu teuren Pülverchen zu greifen, liefert ein regionaler und saisonaler Speiseplan oft einen weitaus effektiveren und umfassenderen Schutzschild für Ihre Zellen.
Warum verschwinden Pickel oft, wenn wir anfangen, fermentierte Lebensmittel zu essen?
Hautunreinheiten, Pickel und Akne werden oft nur äußerlich mit Cremes und Tinkturen behandelt. Doch die wahre Ursache liegt häufig viel tiefer – in unserem Darm. Die moderne Wissenschaft bestätigt immer deutlicher die Existenz einer Darm-Haut-Achse. Ein gesundes, ausgeglichenes Mikrobiom im Darm ist die Grundlage für eine reine, entzündungsfreie Haut. Kommt diese Bakterienvielfalt aus dem Gleichgewicht (eine sogenannte Dysbiose), kann dies systemische Entzündungen fördern, die sich direkt auf der Haut zeigen.
Hier kommen fermentierte Lebensmittel ins Spiel. Sie sind eine natürliche Quelle für Probiotika – lebende Mikroorganismen, die helfen, die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Anstatt teure probiotische Kapseln zu schlucken, bietet die traditionelle deutsche Küche potente und kostengünstige Alternativen. Wie die Expertin Dr. Sarah Neidler erklärt, ist der Zusammenhang direkt:
Der Darm und die Haut sind über die sogenannte Darm-Haut-Achse miteinander verbunden. Ein Ungleichgewicht in der Darmflora, auch Dysbiose genannt, könnte Entzündungen im Körper fördern, die sich auf die Haut auswirken und Akne verschlimmern könnten.
– Dr. Sarah Neidler, Fairment – Probiotika und Akne
Folgende deutsche fermentierte Lebensmittel unterstützen eine gesunde Darmflora und damit ein klares Hautbild:
- Frisches Sauerkraut: Achten Sie darauf, nicht pasteurisiertes Kraut aus dem Reformhaus oder Bioladen zu wählen, da nur dieses die wertvollen lebenden Milchsäurebakterien enthält.
- Naturjoghurt und Kefir: Produkte mit lebenden Kulturen sind eine hervorragende probiotische Quelle.
- Kombucha: Das fermentierte Teegetränk enthält probiotische Kulturen, die sowohl dem Darm als auch der Haut zugutekommen.
- Brottrunk®: Eine spezifisch deutsche Spezialität aus fermentiertem Sauerteigbrot, reich an probiotischen Bakterien und Enzymen.
Die regelmäßige Aufnahme dieser probiotischen Lebensmittel kann somit Entzündungen im Körper reduzieren und das Hautbild oft nachhaltiger verbessern als jede äußerliche Behandlung.
Warum macht eine fettfreie Diät Ihre Haut trocken und faltig?
In dem Bestreben, Kalorien zu sparen, ist der erste Reflex oft, Fett vom Speiseplan zu streichen. Aus Sicht der Hautgesundheit ist das ein fataler Fehler. Unsere Haut wird durch eine sogenannte Lipidbarriere geschützt, eine Art Mörtel zwischen den Hautzellen, der hauptsächlich aus Fetten (Lipiden) besteht. Diese Barriere verhindert Feuchtigkeitsverlust und schützt die Haut vor äußeren Reizstoffen. Fehlen die richtigen Fette in der Ernährung, wird diese Barriere brüchig. Die Folge: trockene, gereizte Haut, die anfälliger für Faltenbildung ist.
Besonders wichtig sind hier die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, allen voran Omega-3-Fettsäuren. Sie wirken stark entzündungshemmend und sind essenziell für den Aufbau geschmeidiger Zellmembranen. Während Chiasamen für ihren Omega-3-Gehalt bekannt sind, werden sie von heimischen Leinsamen klar übertroffen. Studien belegen, dass Leinsamen mit rund 23 g Omega-3-Fettsäuren pro 100 g deutlich mehr liefern als Chiasamen (ca. 17 g). Ein Esslöffel frisch geschrotete Leinsamen oder ein Schuss hochwertiges, kaltgepresstes Leinöl im Müsli oder Salat ist also eine überlegene Strategie für eine intakte Hautbarriere.
Die Welt der heimischen Öle bietet jedoch mehr als nur Leinöl. Jedes Öl hat ein einzigartiges Fettsäure- und Vitaminprofil, das der Haut auf unterschiedliche Weise zugutekommt.
| Öl-Typ | Omega-3 (g/100g) | Vitamin E (mg/100g) | Hautvorteile |
|---|---|---|---|
| Leinöl | 53g | 17mg | Entzündungshemmend, hautglättend |
| Rapsöl | 9g | 18mg | Feuchtigkeitsspendend |
| Sonnenblumenöl | 0,5g | 41mg | Antioxidativ |
Eine fettarme Ernährung schadet Ihrer Haut also mehr, als sie nützt. Setzen Sie stattdessen auf eine bewusste Auswahl hochwertiger, heimischer Pflanzenöle, um Ihre Haut von innen zu nähren und sie widerstandsfähig und geschmeidig zu halten.
Ist ein grüner Smoothie wirklich so gesund wie der Salat am Stück? (Stichwort: Verdauung)
Grüne Smoothies gelten als Inbegriff einer schnellen und gesunden Mahlzeit. Man wirft eine Handvoll Spinat, Obst und vielleicht ein exotisches Superfood-Pulver in den Mixer und hat im Handumdrehen eine Nährstoffbombe. Doch aus verdauungsphysiologischer Sicht ist dieser schnelle Gesundheits-Hack mit Vorsicht zu genießen. Das intensive Pürieren im Hochleistungsmixer hat zwei entscheidende Nachteile gegenüber dem Verzehr von ganzem Obst und Gemüse.
Erstens werden durch das Mixen die Zellwände der Früchte aufgebrochen. Der darin enthaltene Fruchtzucker wird dadurch freigesetzt und gelangt viel schneller ins Blut. Dies führt zu einem rasanten Blutzuckeranstieg und einer entsprechend hohen Insulinausschüttung – ein Prozess, der langfristig Entzündungen fördern kann. Beim Kauen von ganzem Obst hingegen wird der Zucker langsam freigesetzt. Zweitens wird die Struktur der Ballaststoffe verändert. Obwohl die Menge an Ballaststoffen gleich bleibt, ist ihre Funktion für das Darm-Mikrobiom und die Sättigung in zerkleinerter Form weniger effektiv als in ihrer natürlichen Matrix, die zum Kauen anregt.

Eine bessere Alternative, die die Vorteile eines Smoothies mit den Prinzipien einer gesunden Verdauung verbindet, ist die deutsche Smoothie-Bowl. Anstatt den Smoothie zu trinken, wird er in eine Schüssel gegeben und mit kauintensiven, heimischen Zutaten garniert. Das fördert die Einspeichelung und startet die Verdauung bereits im Mund. Ideale Toppings sind:
- Hanfsamen aus deutschem Anbau: Liefern Proteine und gesunde Fette.
- Gehackte Walnüsse: Reich an Omega-3-Fettsäuren und regen zum Kauen an.
- Regionale Beeren (saisonal): Bringen zusätzliche Antioxidantien und Ballaststoffe in ihrer ganzen Form.
- Haferflocken: Sorgen für eine langanhaltende Sättigung.
So wird aus dem schnellen Drink eine vollwertige Mahlzeit, die nicht nur schmeckt, sondern auch den Blutzuckerspiegel stabil hält und die Verdauung optimal unterstützt.
Biotin und Zink: Geldverschwendung oder sinnvolle Ergänzung bei Mangel?
Die Regale der Drogerien sind voll mit Nahrungsergänzungsmitteln, die „Haare, Haut & Nägel“ stärken sollen. Die Hauptdarsteller sind fast immer Biotin und Zink. Eine Supplementierung ist jedoch nur bei einem ärztlich festgestellten Mangel wirklich sinnvoll. Für die meisten Menschen ist es weitaus effektiver und nachhaltiger, diese wichtigen Nährstoffe über eine ausgewogene, regionale Ernährung aufzunehmen. Denn auch hier gilt: Heimische Lebensmittel können oft mehr als die beworbenen Exoten.
Nehmen wir das Spurenelement Zink, das für die Wundheilung und ein reines Hautbild essenziell ist. Während Chiasamen mit 4,5 mg Zink pro 100 g beworben werden, sind heimische Kürbiskerne aus deutschem Anbau mit rund 7 mg pro 100 g eine deutlich bessere Quelle. Ebenso sind deutsche Linsen und Emmentaler Käse exzellente Zinklieferanten. Für Biotin, das „Schönheitsvitamin“, müssen Sie nicht zu teuren Kapseln greifen: Eine Portion Haferflocken am Morgen oder eine Handvoll Walnüsse decken den Bedarf auf natürliche Weise.
Ein entscheidender Faktor ist die Bioverfügbarkeit – also wie gut der Körper einen Nährstoff aufnehmen kann. Bei pflanzlichen Zinkquellen wie Linsen oder Haferflocken wird die Aufnahme durch Phytinsäure gehemmt. Hier hilft ein einfacher Trick: die Kombination mit Vitamin C. Ernährungsexperten bestätigen, dass ein Spritzer Zitronensaft im Linseneintopf oder ein paar Beeren im Müsli die Zinkaufnahme deutlich verbessern können. Dieser ernährungswissenschaftliche Kniff macht die Nährstoffe aus unserer Nahrung für den Körper viel besser nutzbar.
Anstatt also Geld für möglicherweise unnötige Ergänzungsmittel auszugeben, investieren Sie lieber in eine vielfältige, regionale Ernährung. Eine Handvoll Kürbiskerne und ein Teller Linsensuppe bringen Sie oft weiter als die teuerste Pille.
Warum hilft der Verzicht auf Zucker mehr gegen Falten als die teuerste Creme?
Wir geben Unsummen für Anti-Aging-Cremes aus, in der Hoffnung, Falten zu mildern und die Hautalterung aufzuhalten. Doch die wirksamste Waffe gegen Falten kommt nicht aus einem Tiegel, sondern von unserem Teller – oder besser gesagt, was wir von ihm fernhalten: Zucker. Der schädliche Einfluss von Zucker auf die Haut lässt sich mit einem biochemischen Prozess erklären, der Glykation oder umgangssprachlich „Verzuckerung“ genannt wird.
Wenn wir Zucker oder schnell verdauliche Kohlenhydrate (wie Weißmehlprodukte) essen, reagieren die Zuckermoleküle im Blut mit den Proteinen unseres Körpers. Die wichtigsten Strukturproteine der Haut sind Kollagen und Elastin, die für Festigkeit und Spannkraft sorgen. Durch die Glykation „karamellisieren“ diese Proteinfasern, sie werden starr, unelastisch und können leichter brechen. Das Ergebnis ist sichtbar: Die Haut verliert an Elastizität, wird schlaff und es bilden sich Falten. Dieser Prozess ist weitaus tiefgreifender und nachhaltiger als jede Creme es je reparieren könnte.
Darüber hinaus fördert ein hoher Zuckerkonsum Entzündungen im gesamten Körper. Wie eine wissenschaftliche Publikation aus dem Jahr 2024 darlegt, führt ein hoher glykämischer Index zu erhöhten Insulinspiegeln, die über komplexe Signalwege die Talgproduktion anregen und entzündliche Prozesse wie Akne verschlimmern können. Dieser entzündliche Zustand beschleunigt auch die allgemeine Hautalterung.
Ihr Plan zur Zucker-Detox: Versteckte Zucker in deutschen Produkten erkennen
- Etiketten studieren: Prüfen Sie die Zutatenliste von Fertigprodukten. Achten Sie auf Begriffe wie Dextrose, Glukosesirup, Fruktose oder Maltodextrin – allesamt versteckte Zucker.
- Fertiggerichte entlarven: Kontrollieren Sie Produkte, bei denen Sie keinen Zucker vermuten, wie Rotkohl aus dem Glas (oft bis zu 10 g Zucker pro 100 g) oder fertige Salatdressings.
- Wurst- und Fleischwaren prüfen: Auch in fertigem Wurstaufschnitt versteckt sich oft Zucker zur Geschmacksverbesserung und Konservierung.
- „Frucht“-Joghurt meiden: Ein kleiner Becher Fruchtjoghurt kann bis zu 15 g Zucker enthalten. Greifen Sie lieber zu Naturjoghurt und süßen Sie mit frischen, ganzen Früchten.
- Intelligente Alternativen finden: Wenn die Lust auf Süßes kommt, wählen Sie Bitterschokolade mit mindestens 85 % Kakaoanteil. Sie enthält wenig Zucker, aber viele zellschützende Antioxidantien.
Indem Sie bewusst Zucker reduzieren, bekämpfen Sie die Ursache der Hautalterung von innen und tun mehr für ein jugendliches Aussehen als mit der teuersten Creme.
Warum nehmen Sie ab 40 plötzlich zu, obwohl Sie nichts anders essen?
Es ist ein frustrierendes Phänomen, das viele Frauen (und auch Männer) ab 40 kennen: Obwohl sich die Essgewohnheiten nicht geändert haben, schleichen sich plötzlich zusätzliche Kilos auf die Waage, besonders um die Körpermitte. Dahinter stecken zwei grundlegende biologische Veränderungen: ein sich verlangsamender Stoffwechsel und, insbesondere bei Frauen in der Perimenopause, signifikante hormonelle Schwankungen.
Mit zunehmendem Alter sinkt der Grundumsatz, also die Energiemenge, die der Körper in Ruhe verbraucht. Gleichzeitig nimmt die Muskelmasse tendenziell ab, was den Kalorienverbrauch weiter senkt. Isst man also genauso viel wie mit 30, entsteht nun ein Kalorienüberschuss, der als Fett gespeichert wird. Bei Frauen kommt der sinkende Östrogenspiegel hinzu, der die Fetteinlagerung im Bauchbereich begünstigen kann. Hier können bestimmte heimische Lebensmittel gezielt unterstützen. Leinsamen sind in dieser Lebensphase ein wahres Wundermittel. Sie enthalten Lignane, eine Form von Phytoöstrogenen (Pflanzenhormonen), die im Körper eine leicht östrogenähnliche Wirkung entfalten und so helfen können, hormonelle Dysbalancen auszugleichen. Wissenschaftliche Studien belegen den extrem hohen Lignangehalt von Leinsamen, der den aller anderen Lebensmittel übertrifft.
Um dem Muskelabbau entgegenzuwirken, wird zudem eine ausreichende Proteinzufuhr immer wichtiger. Hier muss es kein teures Proteinpulver sein, wie Ernährungsberaterin Nadine Müller betont. Die deutsche Küche bietet ausgezeichnete, günstige Quellen:
Bei heimischen Superfoods wie beispielsweise Spinat ist keine Mengenbegrenzung notwendig, wodurch sich die Nährstoffwerte relativieren. Magerquark und Harzer Käse sind ideale Proteinquellen für Menschen über 40, die dem Muskelabbau entgegenwirken möchten.
– Nadine Müller, Ernährungsberaterin
Eine gezielte Erhöhung der Protein- und Ballaststoffzufuhr durch heimische Lebensmittel wie Magerquark, Linsen und Leinsamen ist die effektivste Strategie, um dem verlangsamten Stoffwechsel entgegenzuwirken und das Gewicht auch nach 40 in Balance zu halten.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Nährstoffdichte und spezifische Zusammensetzung heimischer Pflanzen (z.B. Vitamin C in Sanddorn, Lignane in Leinsamen) übertrifft oft die von teuren Exoten.
- Eine gesunde Darmflora, gefördert durch deutsche fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, ist die Basis für reine, entzündungsfreie Haut (Darm-Haut-Achse).
- Der Verzicht auf Zucker ist der wirksamste Anti-Aging-Ansatz von innen, da er die „Verzuckerung“ (Glykation) der Kollagenfasern verhindert.
Warum hilft der Verzicht auf Zucker mehr gegen Falten als die teuerste Creme?
Wir haben die Kraft heimischer Antioxidantien, die Bedeutung gesunder Fette für die Hautbarriere und die Rolle der Darmgesundheit beleuchtet. All diese Faktoren sind wichtige Puzzleteile für Schönheit und Vitalität von innen. Doch es gibt einen Faktor, der all diese Bemühungen untergraben kann, wenn er ignoriert wird: der Zuckerkonsum. Die Wiederholung dieses Punktes ist bewusst gewählt, denn er ist der mit Abstand größte Hebel in Ihrer Ernährungsstrategie.
Stellen Sie es sich wie den Bau eines Hauses vor. Antioxidantien sind der Schutzanstrich, gesunde Fette sind der Mörtel und Probiotika das stabile Fundament. Zucker jedoch ist wie ein ständiges kleines Erdbeben, das die Struktur von innen heraus zermürbt. Der Prozess der Glykation, die Verzuckerung Ihrer Kollagen- und Elastinfasern, ist unumkehrbar. Keine Creme der Welt kann diese verhärteten, brüchigen Proteinstrukturen reparieren. Sie können noch so viel Sanddornsaft trinken – wenn Ihr Blutzuckerspiegel durch ständigen Zuckernachschub Achterbahn fährt, läuft der Alterungsprozess auf Hochtouren weiter.
Die Entscheidung, den Zuckerkonsum drastisch zu reduzieren, ist daher nicht nur eine Maßnahme unter vielen, sondern die grundlegende Voraussetzung dafür, dass alle anderen positiven Effekte einer gesunden Ernährung ihre volle Wirkung entfalten können. Es ist die effektivste, günstigste und nachhaltigste Anti-Aging-Behandlung, die es gibt.
Beginnen Sie noch heute damit, versteckte Zucker in Ihrer Ernährung aufzuspüren. Nutzen Sie die Checkliste aus dem vorherigen Abschnitt als Ihren persönlichen Fahrplan. Dieser eine Schritt wird mehr für Ihre Haut und Ihre langfristige Vitalität bewirken als jede Investition in exotische Pülverchen und teure Kosmetik.
Häufig gestellte Fragen zu heimischen Superfoods
Warum führen pürierte Früchte zu schnellerem Blutzuckeranstieg?
Durch das Pürieren werden die Zellwände aufgebrochen, wodurch der Zucker schneller ins Blut gelangt als bei ganzen Früchten, die gekaut werden müssen. Dieser Prozess umgeht die erste Verdauungsstufe im Mund und führt zu einer rascheren Aufnahme im Dünndarm.
Welche deutsche Alternative gibt es zur Smoothie-Bowl?
Eine Smoothie-Bowl mit heimischen Toppings wie Hanfsamen aus Deutschland, Walnüssen und regionalen Beeren fördert das Kauen und verlangsamt die Nährstoffaufnahme. Dies sorgt für eine bessere Sättigung und einen stabileren Blutzuckerspiegel im Vergleich zum reinen Trinken des Smoothies.
Bleiben die Ballaststoffe im Smoothie erhalten?
Ja, die Ballaststoffe bleiben mengenmäßig erhalten, da nichts herausgefiltert wird. Allerdings wird ihre physikalische Struktur durch das starke Pürieren stark zerkleinert, was ihre Funktion für das Darm-Mikrobiom und die Anregung der Darmperistaltik im Vergleich zu ganzen Ballaststoffen beeinträchtigen kann.