
Teure Cremes bekämpfen nur die Symptome an der Oberfläche, während Zucker Ihre Haut von innen durch einen Prozess namens Glykation zerstört.
- Glykation, die „Verzuckerung“ Ihrer Kollagenfasern, macht Ihre Haut starr und führt direkt zu Faltenbildung und Elastizitätsverlust.
- Die Darm-Haut-Achse ist wissenschaftlich belegt: Eine gestörte Darmflora fördert systemische Entzündungen, die sich als Akne, Rötungen oder fahle Haut zeigen.
Empfehlung: Fokussieren Sie sich auf eine antientzündliche Ernährung mit heimischen Superfoods, um die Ursachen der Hautalterung zu bekämpfen, statt nur die Oberfläche zu pflegen.
Sie blicken in den Spiegel und sehen eine Haut, die trotz einer teuren Pflegeroutine müde und fahl wirkt. Feine Linien scheinen über Nacht tiefer geworden zu sein, und die Elastizität lässt nach. Sie haben in hochgelobte Seren, reichhaltige Cremes und vielleicht sogar professionelle Behandlungen investiert, doch die versprochenen Wunder bleiben aus. Der Badezimmerschrank ist voll mit Produkten, die eine jugendliche, strahlende Haut versprechen, aber das Ergebnis fühlt sich wie ein Kompromiss an. Dieses Gefühl der Frustration ist weit verbreitet und beruht auf einem fundamentalen Missverständnis darüber, wo wahre Schönheit entsteht.
Die Kosmetikindustrie fokussiert sich auf die äußere Anwendung. Doch was, wenn der wahre Feind Ihrer Haut nicht auf Ihrer Haut, sondern auf Ihrem Teller lauert? Was, wenn der Zucker in Ihrem Nachmittagskaffee oder dem vermeintlich gesunden Fruchtjoghurt mehr Schaden anrichtet, als die teuerste Creme jemals reparieren könnte? Der Schlüssel liegt in einem biochemischen Prozess, der tief im Inneren Ihres Körpers stattfindet: die Glykation. Dies ist keine weitere diffuse Theorie, sondern ein knallharter wissenschaftlicher Fakt, der erklärt, warum Ihre Haut altert.
Dieser Artikel nimmt Sie mit auf eine Reise unter die Hautoberfläche. Als Ernährungsmedizinerin werde ich Ihnen nicht einfach sagen, was Sie essen sollen. Ich werde Ihnen erklären, *warum* es funktioniert. Wir werden den Prozess der Glykation entschlüsseln, die mächtige Verbindung zwischen Ihrem Darm und Ihrer Haut aufdecken und zeigen, wie Sie mit gezielten, einfachen und oft kostengünstigen Lebensmitteln aus dem heimischen Supermarkt die Kontrolle über Ihr Hautbild zurückgewinnen können. Vergessen Sie für einen Moment die Versprechen auf den Cremetiegeln und entdecken Sie die wirkungsvollste Anti-Aging-Strategie, die es gibt: die aus Ihrer eigenen Küche.
Um Ihnen einen klaren Weg durch dieses komplexe Thema zu weisen, ist dieser Artikel strukturiert aufgebaut. Jeder Abschnitt beleuchtet einen spezifischen Aspekt der Verbindung zwischen Ernährung und Hautgesundheit und liefert Ihnen direkt umsetzbare Ratschläge.
Inhalt: Ihr Weg zu strahlender Haut von innen
- Warum sieht Ihre Haut trotz teurer Cremes immer noch fahl und müde aus?
- Warum blüht Ihre Akne auf, wenn Ihre Verdauung streikt?
- Welche Lebensmittel spenden mehr Feuchtigkeit als ein Glas Wasser (Gurke, Melone)?
- Wie bereiten Sie „Clean Eating“ Mittagessen vor, wenn Sie keine Zeit haben?
- Bei welchem Obst müssen Sie Bio kaufen und wo reicht konventionell?
- Kurkuma und Ingwer: Wie essen Sie sich Ihre Rötungen weg?
- Muss es wirklich Chiasamen und Goji sein, oder sind heimische Leinsamen genauso gesund?
- Von Superfoods zu Ihrer persönlichen Haut-Strategie: Der nächste Schritt
Warum sieht Ihre Haut trotz teurer Cremes immer noch fahl und müde aus?
Die Antwort liegt in einem Wort, das die Kosmetikindustrie erst seit Kurzem für sich entdeckt, das in der Ernährungsmedizin aber seit Langem bekannt ist: Glykation. Stellen Sie sich vor, Sie karamellisieren Zucker in einer Pfanne. Er wird braun, klebrig und starr. Ein ähnlicher Prozess findet in Ihrem Körper statt, wenn Sie zu viel Zucker konsumieren. Zuckermoleküle heften sich an Proteine – insbesondere an die wertvollen Kollagen- und Elastinfasern Ihrer Haut. Diese „verzuckerten“ Proteine, auch Advanced Glycation Endproducts (AGEs) genannt, verlieren ihre Flexibilität. Ihr einst elastisches Kollagengerüst wird spröde und steif. Das Ergebnis? Falten, Elastizitätsverlust und eine fahle, unebene Hautstruktur, die keine Creme von außen wirklich aufhalten kann.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt eine klare Empfehlung: Für einen optimalen gesundheitlichen Nutzen sollten Erwachsene maximal 25 Gramm oder 6 Teelöffel freien Zucker täglich zu sich nehmen. Das ist schnell erreicht – oft schon mit einem einzigen Glas Limonade oder einem gesüßten Joghurt. Jedes Gramm darüber hinaus beschleunigt die unsichtbare „Karamellisierung“ Ihrer Haut. Es ist daher kein Zufall, dass selbst große Kosmetikkonzerne wie Beiersdorf intensiv an diesem Thema forschen. Ein Forschungsteam des Unternehmens hat kürzlich einen Wirkstoff entwickelt, der gezielt gegen zuckerbedingte Hautalterung vorgehen soll. Dies bestätigt: Das Problem wird an der Wurzel erkannt, doch die effektivste und nachhaltigste Lösung liegt nicht im Tiegel, sondern in Ihrer Ernährung.
Die Gegenüberstellung macht die Diskrepanz deutlich: Eine Luxuscreme wirkt temporär und oberflächlich, während die Reduzierung von Zucker die Ursache des Problems im gesamten Körper bekämpft. Der Verzicht auf Zucker ist nicht nur kostenlos, sondern bringt eine Fülle von positiven Nebeneffekten mit sich, die weit über ein verbessertes Hautbild hinausgehen.
| Kriterium | Luxuscreme (150€) | 30 Tage Zuckerverzicht |
|---|---|---|
| Kosten | 150€ pro Tiegel | 0€ (eventuell Ersparnis) |
| Wirkungstiefe | Oberflächlich (Epidermis) | Systemisch (gesamter Körper) |
| Nachhaltigkeit | Temporär, solange verwendet | Langfristige Verbesserung |
| Zusatznutzen | Feuchtigkeitspflege | Gewichtsverlust, mehr Energie, bessere Verdauung |
| Wissenschaftliche Evidenz | Begrenzt auf Oberflächeneffekte | Nachgewiesene Anti-Glykation-Wirkung |
Die Entscheidung liegt also auf der Hand: Wollen Sie weiterhin nur die Symptome an der Oberfläche kaschieren oder sind Sie bereit, die wahre Ursache für fahle Haut und Falten an der Wurzel zu packen?
Warum blüht Ihre Akne auf, wenn Ihre Verdauung streikt?
Sie haben unzählige Produkte gegen Akne und Unreinheiten ausprobiert, doch die Pickel kehren immer wieder zurück? Dann ist es an der Zeit, den Blick von Ihrem Gesicht abzuwenden und auf Ihren Bauch zu richten. Die sogenannte Darm-Haut-Achse ist eine wissenschaftlich fundierte Kommunikationsverbindung zwischen Ihrem Verdauungssystem und Ihrer Haut. Ist Ihr Darmmilieu im Ungleichgewicht, zeigt sich das oft direkt auf Ihrer Haut. Ein zentrales Problem in diesem Zusammenhang ist das „Leaky Gut Syndrom“, eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut.
Bei einem Leaky Gut können unverdaute Nahrungsbestandteile, Bakterien und Giftstoffe aus dem Darm in den Blutkreislauf gelangen. Ihr Immunsystem erkennt diese als Fremdkörper und reagiert mit einer Abwehrreaktion. Das Resultat sind systemische Entzündungen im ganzen Körper, die sich auf der Haut in Form von Akne, Ekzemen, Rosazea oder perioraler Dermatitis manifestieren können. Teure Akneprodukte bekämpfen hier nur das letzte Glied in einer langen Kette von Reaktionen. Die wahre Ursache liegt in Ihrer Darmgesundheit.
Die gute Nachricht ist, dass Sie Ihre Darmflora gezielt mit der richtigen Ernährung unterstützen können. Probiotische Lebensmittel liefern lebende Bakterienkulturen, die helfen, das Gleichgewicht im Darm wiederherzustellen und die Darmschleimhaut zu stärken. Viele dieser „Powerfoods“ sind fester Bestandteil der deutschen Küchenkultur und leicht verfügbar.
- Rohes Sauerkraut: Kaufen Sie frisches, unpasteurisiertes Sauerkraut aus dem Reformhaus oder Bioladen. Bereits 2-3 Esslöffel täglich zu den Mahlzeiten unterstützen Ihre Darmflora.
- Kefir und Buttermilch: Diese fermentierten Milchprodukte sind reich an Probiotika. Ein kleines Glas am Morgen auf nüchternen Magen kann die Verdauung anregen.
- Naturjoghurt: Achten Sie auf Sorten mit lebenden Kulturen und ohne Zuckerzusatz.
- Omega-3-Fettsäuren: Lebensmittel wie Leinsamen und Leinöl wirken entzündungshemmend und unterstützen die Heilung der Darmschleimhaut.
Indem Sie sich auf die Pflege Ihres Darms konzentrieren, bekämpfen Sie die Entzündungsherde von innen und schaffen die Grundlage für eine dauerhaft reine und gesunde Haut.
Welche Lebensmittel spenden mehr Feuchtigkeit als ein Glas Wasser (Gurke, Melone)?
Der Ratschlag, „viel Wasser zu trinken“, ist der wohl bekannteste Schönheitstipp. Doch reine Flüssigkeitszufuhr ist nur die halbe Miete. Ihre Haut benötigt Feuchtigkeit, die in den Zellen gebunden wird, und dafür sind Mineralstoffe und Elektrolyte entscheidend. Viele Lebensmittel enthalten nicht nur einen hohen Wasseranteil, sondern liefern genau diese Helfer gleich mit. Sie wirken wie kleine Feuchtigkeitsschwämme von innen und hydrieren Ihren Körper oft nachhaltiger als ein schnelles Glas Wasser, das schnell wieder ausgeschieden wird.
Besonders wasserreiches Gemüse und Obst sind wahre Feuchtigkeits-Booster. Gurken (96% Wasser), Wassermelonen (92% Wasser) und Sellerie (95% Wasser) sind hier die bekanntesten Beispiele. Doch die Natur in Deutschland bietet je nach Saison eine Fülle an weiteren, hochwirksamen Alternativen, die Ihre Haut zusätzlich mit wertvollen Vitaminen und Antioxidantien versorgen.

Die folgende Übersicht zeigt, wie Sie Ihre Haut das ganze Jahr über mit saisonalen und regionalen Lebensmitteln optimal mit Feuchtigkeit versorgen können. Der Fokus auf Saisonalität garantiert nicht nur Frische und einen höheren Nährstoffgehalt, sondern ist auch nachhaltiger.
| Jahreszeit | Lebensmittel | Wassergehalt | Zusatznutzen für die Haut |
|---|---|---|---|
| Frühling | Spargel, Rhabarber | 93-95% | Entschlackend, entwässernd |
| Sommer | Deutsche Erdbeeren | 92% | Vitamin C für Kollagenbildung |
| Sommer | Johannisbeeren | 88% | Antioxidantien gegen Hautalterung |
| Herbst | Kürbis | 90% | Beta-Carotin für Hautschutz |
| Winter | Feldsalat | 93% | Eisen für Sauerstoffversorgung |
Anstatt sich allein auf das Trinken zu verlassen, integrieren Sie diese wasserreichen Kraftpakete in Ihren Speiseplan. So versorgen Sie Ihre Hautzellen tiefenwirksam und nachhaltig mit der Feuchtigkeit, die sie zum Strahlen brauchen.
Wie bereiten Sie „Clean Eating“ Mittagessen vor, wenn Sie keine Zeit haben?
Der Gedanke an eine gesunde, „saubere“ Ernährung scheitert im Alltag oft an einem entscheidenden Faktor: Zeit. Zwischen Job, Familie und Terminen scheint es unmöglich, jeden Tag ein frisches, nährstoffreiches Mittagessen zuzubereiten. Die Verlockung, schnell zum Bäcker oder zur Imbissbude zu gehen, ist groß. Doch gerade diese schnellen Optionen sind oft reich an Zucker, schlechten Fetten und Zusatzstoffen, die Ihrer Haut schaden. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Ernährungsumstellung liegt daher nicht in mehr Zeit, sondern in besserer Planung: Meal Prep.
Meal Prep bedeutet, an einem Tag in der Woche – typischerweise am Sonntag – die Mahlzeiten für die kommenden Tage vorzubereiten. Das spart nicht nur enorm viel Zeit unter der Woche, sondern gibt Ihnen auch die volle Kontrolle über die Inhaltsstoffe. Sie entscheiden, was auf Ihren Teller kommt. Und das Beste: Dank des breiten Angebots in deutschen Supermärkten und Drogerien ist es einfacher denn je. Viele Produkte wie vorgegarte Hülsenfrüchte oder Getreidemischungen erleichtern die Vorbereitung erheblich. Die Verfügbarkeit von Bio-Produkten ist dabei exzellent; so sind beispielsweise Alnatura-Produkte bei über 11.500 EDEKA-Märkten, sowie bei Müller, Rossmann und DM erhältlich, was eine gesunde Ernährung für jeden zugänglich macht.
Die Umsetzung muss nicht kompliziert sein. Eine gut durchdachte Vorbereitung am Wochenende kann Ihnen unter der Woche wertvolle Stunden und kulinarischen Stress ersparen. Mit ein paar einfachen Bausteinen lassen sich vielfältige und hautfreundliche Mittagessen zusammenstellen, die Sie nur noch aus dem Kühlschrank nehmen müssen.
Ihr Plan für ein schnelles, hautfreundliches Mittagessen: Meal-Prep-Strategien
- Basis schaffen: Kochen Sie am Sonntag eine große Portion einer gesunden Basis wie den Quinoa-Mix von Alnatura oder Vollkornreis. Diese dient als Grundlage für Ihre Büro-Bowls für die ganze Woche.
- Proteine vorbereiten: Garen Sie Linsen (z.B. die vorgegarten von DM Bio) oder kochen Sie eine Handvoll Bio-Eier vom Wochenmarkt hart. Diese können Sie einfach zu Ihren Mahlzeiten hinzufügen.
- Gemüse schnippeln: Bereiten Sie Gemüse-Sticks (Karotten, Gurken, Paprika) vor und lagern Sie diese in Glasboxen. Zusammen mit einem selbstgemachten Kräuterquark sind sie der perfekte Snack.
- Dressing anmischen: Mischen Sie ein einfaches Dressing aus hochwertigem Olivenöl, Zitronensaft, Senf und Kräutern in einem Schraubglas. So vermeiden Sie zuckerhaltige Fertigdressings.
- Frühstück sichern: Bereiten Sie „Overnight Oats“ mit Haferflocken, Leinsamen und etwas Obst im Glas vor. So starten Sie ohne Stress und mit einer nährstoffreichen Mahlzeit in den Tag.
So stellen Sie sicher, dass Ihre Haut auch in hektischen Phasen die Nährstoffe bekommt, die sie für ein gesundes Strahlen benötigt, und vermeiden die Fallen der schnellen, ungesunden Verpflegung.
Bei welchem Obst müssen Sie Bio kaufen und wo reicht konventionell?
Der Griff zu Bio-Produkten ist für viele ein Synonym für eine gesündere Wahl. Doch ist „Bio“ immer die bessere Option, besonders wenn es um das Budget geht? Die Antwort ist differenziert. Während bei bestimmten Obst- und Gemüsesorten der Bio-Anbau einen erheblichen Vorteil in Bezug auf Pestizidrückstände bietet, ist bei anderen der Unterschied geringer. Eine strategische Auswahl kann also nicht nur Ihren Geldbeutel schonen, sondern auch die Nachhaltigkeit fördern.
Als Faustregel gilt: Obst und Gemüse mit einer dünnen, essbaren Schale (wie Beeren, Äpfel, Blattgemüse) sollten bevorzugt in Bio-Qualität gekauft werden, da Pestizide hier leichter in die Frucht eindringen. Diese werden oft als „Dirty Dozen“ bezeichnet. Im Gegensatz dazu haben Früchte mit einer dicken, nicht essbaren Schale (wie Avocados, Bananen, Ananas) tendenziell eine geringere Pestizidbelastung im Fruchtfleisch. Hier kann auch konventionelle Ware eine gute Wahl sein.
Allerdings spielt auch die Regionalität eine entscheidende Rolle, die oft wichtiger sein kann als ein Bio-Siegel aus Übersee. Ein langer Transportweg schmälert nicht nur die Ökobilanz, sondern oft auch den Nährstoffgehalt. Deutsche Verbraucherexperten geben hierzu eine klare Empfehlung, die den Blick weitet:
Äpfel aus dem ‚Alten Land‘ oder vom Bodensee sind oft auch konventionell eine bessere Wahl als Bio-Obst aus Übersee
– Deutsche Verbraucherexperten, Empfehlung basierend auf regionaler Nachhaltigkeit
Dieser pragmatische Ansatz priorisiert die Herkunft. Ein regionaler, konventionell angebauter Apfel zur Erntezeit hat oft eine bessere Gesamtbilanz als ein Bio-Apfel, der um die halbe Welt transportiert wurde. Der Fokus sollte also auf einer Kombination aus Saisonalität, Regionalität und einer bewussten Bio-Auswahl liegen.
Indem Sie bewusst einkaufen, schützen Sie nicht nur Ihre Gesundheit und Ihre Haut vor unnötigen Schadstoffen, sondern unterstützen auch lokale Landwirte und handeln nachhaltiger.
Kurkuma und Ingwer: Wie essen Sie sich Ihre Rötungen weg?
Anhaltende Rötungen im Gesicht, sei es durch Rosazea, Empfindlichkeit oder allgemeine Reizungen, sind oft ein äußeres Zeichen für innere, chronische Mikro-Entzündungen. Während beruhigende Cremes kurzfristig Linderung verschaffen können, liegt die nachhaltige Lösung darin, diese Entzündungsprozesse von innen zu bekämpfen. Zwei der wirkungsvollsten natürlichen Entzündungshemmer finden sich nicht in der Apotheke, sondern in der Gemüseabteilung Ihres Supermarktes: Ingwer und Kurkuma.
Kurkuma enthält den Wirkstoff Curcumin, eine der stärksten bekannten entzündungshemmenden Substanzen. Ingwer wiederum ist reich an Gingerolen, die eine ähnliche Wirkung entfalten. Gemeinsam bilden sie ein Power-Duo gegen die stillen Entzündungen, die Ihre Haut belasten. Die Integration dieser Gewürze in die tägliche Ernährung muss nicht aufwendig sein. Schon kleine Mengen können einen großen Unterschied machen. Besonders in Deutschland, wo Ingwertee als Hausmittel für das Immunsystem fest verankert ist, ist der Schritt zur Integration in die Hautpflege-Routine klein. Beliebt ist zum Beispiel die Integration in klassische Gerichte wie eine Kartoffel-Linsensuppe mit einem Teelöffel Kurkuma oder die Zubereitung einer „Goldenen Milch“ mit Hafermilch deutscher Marken.
Ein besonders effektiver Weg, die Wirkstoffe aufzunehmen, ist ein morgendlicher Shot auf nüchternen Magen. Wichtig ist dabei die Kombination mit schwarzem Pfeffer und einer Fettquelle. Das im Pfeffer enthaltene Piperin erhöht die Bioverfügbarkeit von Curcumin um ein Vielfaches, und das Fett aus dem Öl hilft dem Körper bei der Aufnahme.
- Zutaten für einen Anti-Rötungen-Shot:
- Ein ca. 2 cm großes Stück frischer Ingwer (erhältlich bei Rewe, Edeka)
- 1 TL Kurkuma-Pulver (z.B. von DM Bio)
- 200 ml frisch gepresster Orangensaft (für Vitamin C)
- 1 TL hochwertiges deutsches Leinöl (aus dem Reformhaus)
- Eine Prise schwarzer Pfeffer
- Zubereitung: Alle Zutaten in einem Mixer pürieren und sofort trinken.
So beruhigen Sie Ihre Haut nicht nur von außen, sondern schaffen von innen heraus ein Umfeld, in dem Rötungen und Reizungen langfristig abklingen können.
Muss es wirklich Chiasamen und Goji sein, oder sind heimische Leinsamen genauso gesund?
Der Hype um exotische Superfoods wie Chiasamen, Goji-Beeren oder Acai ist allgegenwärtig. Sie werden als ultimative Nährstoffbomben vermarktet, die für eine strahlende Haut und Vitalität unerlässlich sind. Doch dieser Trend verstellt oft den Blick auf die wahren Schätze, die direkt vor unserer Haustür wachsen. Viele heimische Superfoods stehen ihren exotischen Pendants in nichts nach, sind aber deutlich günstiger, nachhaltiger und oft sogar nährstoffreicher, da sie keine langen Transportwege hinter sich haben.
Das beste Beispiel hierfür ist der Vergleich zwischen Chiasamen und Leinsamen. Während Chiasamen aus Mexiko importiert werden, sind Leinsamen in Deutschland seit Jahrhunderten ein etabliertes Nahrungsmittel. In Bezug auf die für die Haut so wichtigen Omega-3-Fettsäuren haben Leinsamen die Nase vorn. Sie haben einen sehr hohen Omega-3-Gehalt, der entzündungshemmend wirkt und die Hautbarriere stärkt. Zudem sind sie reich an Lignanen, pflanzlichen Hormonen mit antioxidativer Wirkung, sowie an Eiweiß, Mineralstoffen und Vitaminen.
Die Verwendung von Leinsamen ist vielseitig und tief in der deutschen Gesundheitskultur verwurzelt. Um die Nährstoffe optimal verfügbar zu machen, sollten Leinsamen immer frisch geschrotet werden, zum Beispiel in einer einfachen Kaffeemühle. Ganze Samen werden oft unverdaut wieder ausgeschieden. Besonders bekannt ist das hochwertige deutsche Leinöl, zum Beispiel aus dem Spreewald, das kalt über Salate oder Gemüse geträufelt wird. Der Klassiker „Leinöl mit Quark und Kartoffeln“ ist nicht nur ein traditionelles Gericht, sondern ein echtes Schönheitsrezept, das Proteine und gesunde Fette kombiniert.
Bevor Sie also das nächste Mal zu einem teuren, exotischen Pülverchen greifen, werfen Sie einen Blick auf die heimischen Alternativen. Ihre Haut und Ihr Geldbeutel werden es Ihnen danken.
Das Wichtigste in Kürze
- Zuckerkonsum führt zur Glykation, einer „Verzuckerung“ der Kollagenfasern, was Falten und Elastizitätsverlust verursacht.
- Die Darm-Haut-Achse verbindet Ihre Verdauungsgesundheit direkt mit Hautproblemen wie Akne und Entzündungen.
- Heimische Lebensmittel wie Leinsamen, Sauerkraut oder saisonales Obst sind oft wirkungsvoller und nachhaltiger als teure exotische Superfoods.
Von Superfoods zu Ihrer persönlichen Haut-Strategie: Der nächste Schritt
Wir haben gesehen, dass der Weg zu einer wirklich gesunden und strahlenden Haut nicht im Badezimmerschrank, sondern in der Küche beginnt. Es geht nicht darum, blind teuren Cremes oder exotischen Superfood-Trends zu folgen. Es geht darum, die grundlegenden biochemischen Prozesse in Ihrem Körper zu verstehen – die zerstörerische Kraft der Glykation durch Zucker und die mächtige Darm-Haut-Achse. Diese beiden Mechanismen sind die wahren Stellschrauben für Ihr Hautbild.
Die Erkenntnis ist klar: Eine antientzündliche, zuckerarme Ernährung, reich an Nährstoffen aus saisonalen und regionalen Lebensmitteln, ist die wirkungsvollste Anti-Aging-Strategie, die es gibt. Sie bekämpft die Ursachen der Hautalterung von innen, anstatt nur die Symptome an der Oberfläche zu behandeln. Jeder Bissen, den Sie zu sich nehmen, ist eine Entscheidung für oder gegen die Gesundheit Ihrer Haut. Sie haben die Macht, Ihr Hautbild aktiv zu gestalten – Mahlzeit für Mahlzeit.
Beginnen Sie noch heute damit, Ihre Haut von innen zu nähren, anstatt nur die Oberfläche zu pflegen. Der erste und wichtigste Schritt ist eine bewusste Entscheidung bei Ihrer nächsten Mahlzeit.